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Stürze zu Hause vermeiden: Leitfaden für ältere Menschen und Angehörige

Die Forschung zeigt etwas Überraschendes: Sicherheit reduziert das Sturzrisiko.

Ältere Frau fühlt sich in ihrem eigenen Zuhause sicher

Jeder dritte Däne über 65 erlebt jedes Jahr einen Sturz, und Stürze sind die häufigste Einzelursache für Krankenhausaufenthalte bei älteren Menschen.[1]

Doch die Forschung zeigt etwas, das viele übersehen: Der stärkste Prädiktor für Stürze ist nicht körperliche Schwäche allein – es ist die Angst zu fallen.

Wenn Sicherheit wichtiger wird als Balance

Eine dänische Forschungsübersicht aus dem Physiotherapie-Bereich kam zu dem Schluss, dass psychologische Maße für Sicherheit – wie die ABC-Skala (Activity-specific Balance Confidence) und FES (Falls Efficacy Scale) – zu den stärksten Einzelprädiktoren dafür gehören, ob ein älterer Mensch stürzt. Die ABC-Skala allein sagte Stürze besser voraus als Gleichgewichts- und Krafttests.[2]

Der Grund ist ein Teufelskreis: Wer sich unsicher fühlt, bewegt sich weniger. Weniger Bewegung bedeutet schwächere Muskeln und schlechteres Gleichgewicht – was das Sturzrisiko weiter erhöht. Sicherheit ist also nicht nur ein angenehmes Gefühl. Sie ist ein aktiver Schutz vor Stürzen.

Was schafft Sicherheit im eigenen Zuhause?

In den Jahren 2021–2022 erstellten die Stadtverwaltungen Kopenhagen, Aarhus und Aalborg eine gemeinsame Bedarfsanalyse zur Sicherheit älterer Menschen im eigenen Zuhause. 90 Interviews mit Bürgern, Angehörigen und Mitarbeitern mündeten in ein Modell – das Sicherheitsrad – das 10 konkrete Sicherheitsbedürfnisse abbildete.[3]

Zu den Elementen, die die Bürger selbst als die wichtigsten hervorhoben, gehörten:

  • Mein Zuhause: sich in den vertrauten Räumen zuhause fühlen.
  • Akuthilfe: die Gewissheit, dass im Notfall schnell Hilfe da ist.
  • Familie: Beziehungen zu den Menschen, die einem nahestehen.
  • Der Körper: Vertrauen in den eigenen Körper haben.

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass Beziehungen zu anderen Menschen – insbesondere zur Familie – zu den Faktoren gehören, die älteren Menschen die größte Sicherheit geben.

Familie schafft Sicherheit für ältere Menschen im eigenen Zuhause

Konkrete Maßnahmen für zu Hause

Die dänische Gesundheitsbehörde und klinische Leitlinien empfehlen eine Reihe von Maßnahmen. Die meisten lassen sich an einem Nachmittag umsetzen:

  • 1. Stolperfallen entfernen: lose Teppiche, Kabel, Türschwellen und Unordnung auf dem Boden.
  • 2. Gute Beleuchtung: auch nachts – ein Nachtlicht auf dem Weg zur Toilette halbiert das Risiko.
  • 3. Haltegriffe und Rutschsicherheit: Haltegriffe in Bad und Toilette anbringen, rutschfeste Matten verwenden.
  • 4. Schuhwerk: Schuhe oder Hausschuhe mit rutschfester Sohle tragen – keine glatten Pantoffeln.
  • 5. Gleichgewicht und Kraft: 30 Minuten, 3 Mal pro Woche, senken sowohl das Sturzrisiko als auch die Sturzangst.
  • 6. Sehkraft und Medikamente: jährlich Sehtest machen und mit dem Arzt sprechen, ob Medikamente Schwindel oder Blutdruckabfall verursachen.

Die Familie ist die stärkste Quelle der Sicherheit

Die Hälfte aller Stürze passiert im eigenen Zuhause – doch viele ältere Menschen zögern, ihre Angehörigen anzurufen, weil sie nicht „zur Last fallen" wollen. Genau dort bricht die Sicherheit zusammen.

Forschung und Bedarfsanalyse zeigen in dieselbe Richtung: Allein das Wissen, die Familie schnell erreichen zu können, macht ältere Menschen aktiver und weniger ängstlich. Ein einfacher, direkter Weg zu den Nächsten reduziert die Angst – und damit das Sturzrisiko.

Genau auf dieser Erkenntnis baut Linucare auf: ein Sicherheitsknopf, der mit einem Druck direkt die Familie anruft – ohne Notrufzentrale und Wartezeit. Weil Sicherheit Stürze vorbeugt und die Familie die sicherste Quelle ist.

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[1] Dänische Gesundheitsbehörde, Sturzprävention bei älteren Menschen, sst.dk

[2] Fysio.dk, Forschung: Sturzangst – der beste Prädiktor für Stürze bei älteren Menschen (2015), fysio.dk

[3] Stadt Kopenhagen, Aarhus und Aalborg, Bedarfsanalyse: Sicherheit im eigenen Zuhause (2022), kk.dk

Stürze zu Hause vermeiden: Leitfaden für ältere Menschen und Angehörige - Linucare