Notrufgerät für ältere Menschen: Leitfaden für Angehörige
Welcher Typ passt am besten? 4G-Notrufgerät, Smartwatch und Bluetooth-Knopf im Vergleich – plus was die Forschung über Sicherheit und Stürze sagt.

Jeder dritte Mensch über 65 stürzt jedes Jahr, und Stürze sind die häufigste einzelne Ursache für Krankenhauseinweisungen bei älteren Menschen.[1] Rechtzeitig Hilfe rufen zu können entscheidet oft über den Ausgang.
Wer ein Notrufgerät für einen älteren Elternteil sucht, ertrinkt schnell in Marken und Datenblättern. Doch unter der Oberfläche gibt es auf dem Markt tatsächlich nur drei Grundtypen – und der Unterschied zwischen ihnen entscheidet über Akkulaufzeit, monatliche Kosten und wer den Alarm tatsächlich empfängt.
1. Das 4G-Notrufgerät mit Notrufzentrale
Ein dediziertes Notrufgerät (Knopf oder Anhänger) mit eingebauter SIM-Karte. Es ruft eine besetzte Notrufzentrale an, die die Lage einschätzt und Hilfe schickt – Angehörige, Pflegedienst oder Rettungswagen.
Dies ist die heute am weitesten verbreitete Lösung. Die meisten kommunalen Notrufgeräte funktionieren so, und die meisten kommerziellen Alternativen folgen demselben Muster.
Typisch: Akku 2–7 Tage, monatliches Abo ca. 25–50 € inkl. SIM und Notrufzentrale, Notrufzentrale als Zwischenglied.
2. Smartwatch-basierte Alarme (Apple Watch u. a.)
Eine handelsübliche Smartwatch mit integrierter SOS-Funktion oder Alarm-App. Die Uhr nutzt entweder ihre eigene Cellular-Verbindung oder ein gekoppeltes Smartphone, um den Alarm zu senden.
Der Vorteil ist, dass die Uhr wie eine normale Uhr aussieht – diskret. Der Nachteil: Sie muss praktisch jede Nacht geladen werden, und die Alarmfunktion steckt in einem allgemeinen Konsumprodukt statt in einem dedizierten Gerät.
Typisch: Akku 18–24 Stunden, teurere Uhr plus extra Cellular-Abo, für ältere Nutzer oft schwierig einzurichten.
3. Der Bluetooth-Knopf, der direkt Angehörige anruft
Ein kleiner physischer Knopf am Schlüsselbund, Halsband oder Armband. Er wird mit einem Smartphone gekoppelt, das die Trägerin bei sich hat oder das im Haus steht, und leitet den Alarm direkt an Angehörige weiter – ohne Notrufzentrale.
Dies ist der am wenigsten bekannte Typ. Da der Knopf selbst nur ein Sender ist (Bluetooth, kein 4G oder SIM), hält der Akku mehrere Jahre, und es gibt kein Notrufzentralen-Abonnement.
Typisch: Akku bis zu 3 Jahre (Knopfzelle), kein separates SIM-Abo, der Alarm geht direkt an Angehörige.
Der wichtigste Unterschied: Wer empfängt den Alarm?
4G-Modelle (Typ 1 und 2) sind um eine Notrufzentrale herum aufgebaut. Sie funktionieren überall mit Mobilfunk, kosten aber ein monatliches Abo und müssen regelmäßig geladen werden. Die Hilfe kommt von einem Fremden, der die Lage beurteilt und Angehörige oder einen Rettungswagen alarmiert.
Der Bluetooth-Knopf (Typ 3) ist um Beziehungen herum aufgebaut. Er setzt voraus, dass das Smartphone in der Nähe ist – dafür hält der Akku Jahre, es gibt keine Notrufzentrale, und der Anruf erreicht direkt die Familie, die die Person kennt und in Sekunden reagieren kann.
Forschung aus der Physiotherapie zeigt, dass das Sicherheitsgefühl selbst – das Wissen, dass Hilfe nah ist – das Sturzrisiko bei älteren Menschen senkt.[2] Und was laut einer Bedarfsanalyse dänischer Kommunen das größte Sicherheitsgefühl bei älteren Menschen schafft, ist genau die Beziehung zur Familie.[3]
Welcher Typ passt zu Ihrer Situation?
- Lebt allein ohne nahe Angehörige: ein 4G-Notrufgerät mit Notrufzentrale ist meist die robusteste Lösung.
- Aktive ältere Person, technikaffin: eine Smartwatch kann funktionieren – verlangt aber tägliches Laden.
- Lebt mit oder in der Nähe von Angehörigen: ein Bluetooth-Knopf ist einfacher, günstiger und persönlicher – ohne tägliche Wartung.
Bei Linucare haben wir uns für den Bluetooth-Weg entschieden. Nicht weil er für alle passt, sondern weil er löst, was die meisten Familien wirklich brauchen: ein Druck, der direkt zu den Vertrauten geht – ohne Notrufzentrale, ohne monatliche SIM-Rechnung und ohne tägliches Laden.
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[1] Weltgesundheitsorganisation, Faktenblatt Stürze, who.int
[2] Fysio.dk, Forschungsübersicht: Sturzangst – der beste Prädiktor für Stürze bei Älteren (2015) (dänische Übersicht auf Basis internationaler Studien), fysio.dk
[3] Kopenhagen, Aarhus und Aalborg, Bedarfsanalyse: Sicherheit zu Hause (2022), kk.dk